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Coronavirus-Fälle nehmen in der Bundesliga nach Länderspielpause zu

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Die Spieler kehren aus dem internationalen Einsatz in die Bundesliga zurück, und sie bringen den Coronavirus mit.

Hoffenheim spielte am Samstag gegen Borussia Dortmund ohne Andrej Kramaric und Kasim Adams, nachdem sie nach Nationalmannschaftsspielen mit Kroatien bzw. Ghana positiv getestet worden waren. Tschechiens Verteidiger Pavel Kaderabek war wegen des Ergebnisses eines Familienmitglieds in Quarantäne.

Der Hoffenheimer Fussballdirektor Alexander Rosen sagte nach der 0:1-Niederlage, dass die Klubs darüber nachdenken müssten, die Spieler wieder für internationale Einsätze gehen zu lassen.

„Die Vereine bezahlen die Spieler und arbeiten mit allen zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse ordnungsgemäß durchgeführt werden“, sagte Rosen. „Und man hat den Eindruck, dass es den nationalen Verbänden einfach egal ist.“

Dortmund musste auf Verteidiger Manuel Akanji verzichten, nachdem er im Dienst für die Schweiz positiv getestet wurde.

„Wenn man sich die steigenden Zahlen ansieht, muss man sich fragen, ob es Sinn macht, in der nächsten Pause zu stoppen (Spieler vor der Abreise)“, sagte Leipziger Sportdirektor Markus Krösche nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft in Augsburg. „Die FIFA muss klare Vorgaben machen, wie es weitergeht, vor allem in Risikobereichen.

Leipzig war ohne Amadou Haidara. Der Mittelfeldspieler war positiv getestet worden, nachdem er Mali geholfen hatte, Ghana in einem Freundschaftsspiel in der Türkei mit 3:0 zu besiegen. Auch Hertha Berlin war verärgert, dass Mattéo Guendouzi mit dem Virus aus der französischen U21-Mannschaft zurückkehrte.

„Die Vertragsunterzeichnung war schon sehr kompliziert“, so Herthas Trainer Bruno Labbadia. „Jetzt ist der schlimmste Fall eingetreten.“

Andere Fälle geben Anlass zur Sorge, dass der Fussball wieder auf Eis gelegt werden könnte, da Deutschland anscheinend mit einer zweiten Welle des Virus zu kämpfen hat. Das Seuchenkontrollzentrum des Landes meldete am Samstag 7.830 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden, ein Rekord für den dritten Tag in Folge.
Der Zweitligist Nürnberg meldete am Mittwoch zwei positive Fälle. Das Spiel zwischen Osnabrück und Darmstadt wurde verschoben und die meisten Spieler der Heimmannschaft für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, nachdem zwei Spieler positiv auf COVID-19 getestet worden waren.

Stürmer Max Kruse von Union Berlin wurde kritisiert, weil er ein Instagram-Video gepostet hatte, auf dem er mit Freunden einen Besuch in einer Shisha-Bar genoss. Berlin hat eine der höchsten Virusinfektionsraten Deutschlands.

„Es war nicht der cleverste von Max, das weiß er selbst“, sagte Unions-Teamkollege Marvin Friedrich nach dem 1:1-Unentschieden am Sonntag auf Schalke.

Der Dortmunder Trainer Lucien Favre geht davon aus, dass es weitere Fälle unter den Spielern geben wird und warnte vor einer erneuten Sperre der Liga. Als die Pandemie im Maerz begann, gab es zwei Monate lang keinen Fussball.

„Wir müssen weiter versuchen, so lange wie möglich zu spielen“, sagte Favre am Samstag und fügte hinzu, dass Reisen generell schlecht für die Situation sei.

Gleichzeitig forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Menschen auf, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, indem sie unnötige Reisen vermeiden und wann immer möglich zu Hause bleiben.

Die Champions League beginnt am Dienstag mit Mannschaften, die über den ganzen Kontinent fliegen.

Dortmund wird zum Auftakt der Champions League in Rom das Latium besuchen. Bayern München hat Spiele bei Lokomotiv Moskau und Salzburg, Borussia Mönchengladbach besucht Inter Mailand und Shakhtar Donetsk, und Leipzig reist vor der nächsten Länderspielpause im November zu Manchester United.